Neue Verfassung für Kenia
August 29, 2010Kenia hat in der vergangenen Woche eine neue Verfassung erhalten. Am Freitag gab es daher eine Zeremonie in Nairobi. Die neue Verfassung wird als das wichtigste Ereignis in diesem ostafrikanischen Land seit der Erlangung der Unabhängigkeit von Großbritannien vor fast 50 Jahren angesehen.
Nachdem es vor zweieinhalb Jahren bei der Präsidentschaftswahl noch Unruhen mit mehr als Tausend Toten gegeben hatte, ist die neue Verfassung ein Zeichen dafür, daß die Machtverteilung zwischen Präsident Mwai Kibaki und Premierminister Raila Odinga nun zu funktionieren scheint und die schrecklichen Ereignisse in Kenia vom Dezember 2007 wohl glücklicherweise keine Wiederholung haben werden.
Aus Anlaß der Feierlichkeiten zur Verabschiedung der Verfassung war auch der sudanesiche Präsident Omar al-Bashir als Staatsgast in Kenia. Er wird im Zusammenhang mit den Kriegsverbrechen in Darfur vom Internationalen Strafgerichtshof gesucht, Kenia hat sich aber geweigert, ihn festzunehmen, als er jetzt in Kenia eintraf.
Es ist kein guter Stil der “Tagesschau”, die in den deutschen Fernsehnachrichten nur über das Thema Omar al-Bashir berichtete, und die neue Verfassung in Kenia in diesem Zusammenhang mit keinem Wort erwähnte. Sicher, Darfur und der Sudan sind wichtige Themen, und im Rahmen einer Berichterstattung über die Feierlichkeiten in Nairobi hätte man den Staatsbesuch durchaus problematisieren können, nein, müssen. Aber *nur* über Omar al-Bashir zu berichten, und die guten Nachrichten aus Kenia völlig zu ignorieren, ist schlechter Journalismus.
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